Japan-Tournee: Nagoya und Osaka

Nachdem wir länger als eine Woche (mit einer kurzen Unterbrechung von den zwei Konzerten in Niigata und Nagaoka und einer Übernachtung in Niigata) in Tokyo gewohnt hatten, begann gestern der letzte Teil der Reise, der uns in sehr kurzer Abfolge in eine Reihe weiterer Städte quer durch Japan führt. Zunächst ging es nach Nagoya, der Besuch dort war unter anderem deshalb interessant, weil die Stadt (auf manche im Orchester) merklich anders gewirkt hat als Tokyo. Ich selbst hatte den Eindruck, in einer auffallend wohlhabenden Stadt zu sein, die Geschäfte und die Innenstadt machten einen entsprechenden Eindruck auf mich. Was womöglich auch daran liegen kann, dass Toyota hier in der Gegend seinen Hauptsitz hat. Andere erzählten, dass ihnen die Menschen offener und entspannter vorkamen als in Tokyo. Und dass man durchaus auch mal Leute dabei beobachten konnte, wie sie bei Rot über die Kreuzung liefen, wenn kein Auto kam. In Tokyo war das nirgends zu sehen. Das Konzertprogramm in Nagoya bestand aus Don Juan, Rachmaninow und Beethoven, und es kam wieder sehr gut an.

Heute ging es weiter nach Osaka. Der Tag begann mit dem mittlerweile klassischen Dreiklang Bus-Zug-Bus: vom Hotel mit drei Bussen zum Bahnhof, der Schnellzug brachte uns in einer knappen Stunde zur Shin-Osaka-Station, von dort ging’s mit Bussen zum New Otani Osaka Hotel. Letzteres bietet erstaunlich geräumige Zimmer und vor allem auch sehr große Fenster mit tollem Blick. Das Konzert fand im Hyogo Performing Arts Center statt, wo wir 50 Minuten mit dem Bus hinfuhren. Der “Backstage Bereich” war der geräumigste, den wir auf dieser Tournee bisher erlebt haben – hinter der Bühne gab es eine regelrechte Halle mit enorm viel Platz. Aber auch der Saal selbst ist imposant – die dunkle Täfelung hebt sich ab vom sonstigen “Design” der Säle, ich hatte ein wenig den Eindruck, als würde das Orchester in einer Art Holzschatulle spielen. Während der Anspielprobe hatte das Orchester unüblich viel Publikum – Yutaka Sado hat hier sein Stammorchester, und einige der Musiker ließen es sich nicht nehmen, seine Probe mit dem DSO zu verfolgen. Das Konzert selbst (Beethoven, Mozart und Tschaikowsky) war wieder ein großer Erfolg, im bis auf den letzten Platz ausgebuchte Saal gab es langanhaltenden Applaus inklusive diverser Jubelrufe. Morgen spielen wir noch einmal hier, dann das andere Programm.

Anbei ein paar Fotos aus Osaka.

Martin Oetting