Japan-Tournee: Minutiöse Logistik

Das Orchester ist heute abend am letzten Konzertort angekommen. Das vorletzte Konzert fand heute nachmittag in der Biwako Hall in Otsu statt. Auf dem Wikipedia-Foto kann man sowohl unser Hotel – den höchsten Turm im Hintergrund – als auch den Konzertsaal – den modernen Bau im Vordergrund – erkennen. Otsu liegt nur wenige Zugminuten von der alten japanischen Kaiserstadt Kyoto entfernt. (Am gestrigen freien Tag sind einige Orchestermitglieder für Sightseeing dorthin gefahren.)

Direkt im Anschluss an das Konzert galt es für das gesamte Orchester, und insbesondere für die Orchesterwarte, einen sehr eng geplanten Ablauf einzuhalten, um sicherzustellen, dass alle Musiker und das gesamte Equipment rechtzeitig für das morgige Konzert in Sapporo, auf der nordjapanischen Insel Hokkaido, eintreffen. Auf der Karte kann man sehen, dass es dafür ein ganzes Stück Weg zurückzulegen galt. Beziehungsweise noch immer gilt, denn die Instrumente sind noch unterwegs!

Nach dem Konzert heute in Otsu ist das gesamte Orchester direkt mit Bus, S-Bahn, Zug, Flugzeug und nochmal Bus von Otsu nach Sapporo gereist. Der Weg vom Zug in das Flugzeug war sehr knapp – rd. 100 Leute in ca. 30 Minuten durch die Sicherheitskontrollen und ins Flugzeug zu bringen, ist nicht ganz einfach, hat aber glücklicherweise recht reibungslos geklappt. Während die Musiker mit den verschiedenen Verkehrsmitteln unterwegs waren, mussten die Orchesterwarte noch mit der lokalen Crew in Otsu alles abbauen und die Instrumente mit den Containern verladen. Daher konnten sie nicht mit dem Orchester in der großen JAL-Linienmaschine reisen, sondern sind – nachdem sie mit ihrer Arbeit fertig waren – von einem kleineren Flughafen in der Nähe von Otsu ebenfalls nach Sapporo gereist, wo sie sogar kurz vor uns ankamen.

Die Instrumente dagegen sind nicht mitgeflogen, sondern seither auf der Straße unterwegs. Bis zum heutigen Konzert wurden alle Instrumente auf der Tournee immer in zwei großen LKWs transportiert. Diese dürfen in Japan mit maximal 90 km/h fahren – bei der Geschwindigkeit kämen die Instrumente aber nicht rechtzeitig für die Probe und das Konzert morgen in Sapporo an. Daher sind die großen LKWs schon heute morgen hierher nach Sapporo aufgebrochen und stehen schon am Saal für den Rücktransport bereit. Die Instrumente dagegen werden heute nacht in vier kleineren LKWs, die schneller fahren dürfen, hierher geliefert. Und sollten dann morgen gegen 11 Uhr am Saal ankommen.

Martin Oetting

Nachtrag: heute früh (6.11.) ergab sich, dass die Instrumente doch per Flugzeug nach Sapporo gereist waren. Sie kamen grade noch rechtzeitig zur Anspielprobe an.