Divna Tontić

Die Geigerin

Divna Tontić. Foto: Jörg Brüggemann
Divna Tontić. Foto: Jörg Brüggemann

»Das DSO ist eigentlich schon Teil meines Lebens, seit ich mit 18 Jahren aus Belgrad zum Studium nach Berlin gekommen bin. Jeder, der in dieser vielfältigen Stadt leben möchte, sucht sich seinen Kiez, seine Umgebung und auch den künstlerischen Ort, an den er passt. Mein Ort ist das DSO. Ich habe das Orchester als Zuhörerin kennengelernt, später als Akademistin und nun als Orchestermitglied, und aus jeder dieser Perspektiven ist es mir ans Herz gewachsen. Es inspiriert mich unheimlich, denn die Energie, die es ausstrahlt, ist sehr jugendlich – ganz egal, wie alt man selbst ist, ob Akademistin oder kurz vor der Rente. Das ist etwas sehr Kraftvolles, das dem Orchester innewohnt wie ein Lebewesen.

»Das DSO ist eigentlich schon Teil meines Lebens, seit ich mit 18 Jahren aus Belgrad zum Studium nach Berlin gekommen bin.

Divna Tontić

Dass das DSO so flexibel ist, liegt vielleicht daran, dass wir nicht nur ein Zuhause haben. Wir pendeln zwischen dem Probenort im Ferenc-Fricsay-Saal und der Philharmonie, wo wir unsere Konzerte spielen. Die Atmosphäre, die Leidenschaft und unseren Ausdruck tragen wir, jeder für sich, immer in uns, und wenn wir uns dann in der Musik verbinden, wird das Ganze zu etwas Großem. Ich glaube, jeder fühlt sich dort künstlerisch am wohlsten, wo er sich mit der größten Natürlichkeit ausdrücken kann. Und das ist für mich das DSO, hier muss ich nichts forcieren, sondern was ich spiele, sind genau meine Gefühle, in einer Umgebung von Musikerinnen und Musikern, die dieselben Vorstellungen haben. Das hat mir übrigens auch bei meinem Probespiel für die Geigenstelle Zuversicht gegeben; meine Mentorin in der Orchesterakademie sagte mir: ›Im DSO darfst Du so sein, wie Du bist.‹«

Divna Tontić war 2017–2019 Akademistin der Ferenc-Fricsay-Orchesterakademie und ist seit 2020 Mitglied der Zweiten Violinen.