Ein junger Japaner stand im Mai 1967 am Pult des DSO, das damals noch Radio-Symphonie-Orchester Berlin (RSO) hieß. Nach seinem Studium in Tokio hatte Seiji Ozawa mehrere Dirgierwettbewerbe gewonnen und seine Ausbildung als Schüler Herbert von Karajans in Berlin und dann als Assistent Leonard Bernsteins in New York fortgesetzt. 1967 war er Chefdirigent des Ravinia Festivals des Chicago Symphony Orchestra, bald darauf wurde er als Musikdirektor des Boston Symphony Orchestra zum Star. Bei seinem einzigen DSO-Gastspiel dirigierte Ozawa die Dritte Symphonie des Amerikaners William Schuman und Modest Mussorgskys ›Bilder einer Ausstellung‹ – und verewigte sich in den Autogrammbüchern des Orchesters (siehe Bild). Im Zentrum seines Programms stand das Cellokonzert von Robert Schumann, vor allem aber dessen Solistin: Die Jahrhundertcellistin Jacqueline du Pré, die vier Jahre zuvor bei einem legendären Konzert der Reihe ›RIAS stellt vor‹ mit gerade einmal 18 Jahren für Furore gesorgt hatte.
Nächster Beitrag
György Ligeti beim DSO
Seit 1962 gehört die Musik György Ligetis zum festen Bestandteil des DSO-Repertoires. Mehrfach war der Komponist zu Uraufführungen auch selbst beim Orchester zu Gast.
Veröffentlicht am 24.1.2023
Herbert Blomstedt beim DSO
Herbert Blomstedt und die Symphonien Anton Bruckners – das war eine einmalige Paarung, die beim DSO über Jahre hinweg für euphorisch gefeierte Konzerte sorgte.
Veröffentlicht am 30.4.2022
Das Abo-Orchester des DSO
Anneliese Irmer und Stefan Ostermeyer über ihr gemeinsames Musizieren im Abo-Orchester des DSO
Veröffentlicht am 8.2.2022
Eine Spurensuche
Wie ist das künstlerische Wesen des DSO beschaffen, wie sein Klang und sein Charakter? Was prägt seine Identität, welcher »Spirit« treibt die Menschen in und um das Orchester an? Eine Spurensuche im Geflecht von Meinungen, Perspektiven und Erlebnissen, die Chefdirigenten und Orchestermitglieder, künstlerische Partner und Zeitzeugen von innen und außen dazu beizutragen haben.
Veröffentlicht am 3.12.2021
